Geschäftsmodell: Zentrale Blutprobenbank

Vorsicht, Zynismus:

Heute schlugen bei mir zwei Meldungen so zeitnah beeinander auf, dass ich automatisch auf dumme Gedanken  – äh – ein neues Geschäftsmodell kommen musste:

1. Die Bundesnetzagentur plant laut Wikileaks einen gemeinsamen Bestandsdatenpool aller TK-Anbieter. Das soll diskutiert werden, …

… um entsprechende Abfragen gemaess Paragraph 112 TKG zu vereinfachen. In einem solchen Datenpool waeren also die Daten aller Telefon-, Handy-, DSL- und E-Mail-Kunden in Deutschland versammelt. Vor dem Hintergrund des Datenschutzes erscheint eine solche Datensammlung aeusserst bedenklich.

Sozusagen eine Bundestelekommunikationskundendatenbank (Dank an @olba]

2. Nicht nur Daimler, sondern auch der „NDR lässt bluten“ (netzpolitik.org) :

Datenschützer und Arbeitsrechtler kritisieren die Maßnahme bereits. Es handele sich um einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Dort sei geregelt, dass Arbeitgeber nur die “erforderlichen” Daten erheben dürften. Auf die Frage, welche “erforderlichen” Informationen aus den Bluttests gewonnen werden können, heißt es beim NDR, die Blutwerte lieferten Anhaltspunkte, ob der jeweilige Beschäftigte “die vorgesehene Wochenarbeitszeit wird bewältigen können”.

Vermutlich nutzen auch weitere Unternehmen diese Informationsquelle.  Mal legal, oft illegal.

Wer bei Bluttests „nur an die üblichen Krankheiten“ denkt und sich deshalb noch nicht genug gruselt, lese über den parawissenschaftlichen Aspekt zum Thema „Japanische Blutgruppendeutung“ bei Wikipedia:

Die fehlende wissenschaftliche Untermauerung war kein Hindernis für eine Entwicklung eines blühenden Marktes von Partnervermittlungen, die nach Blutgruppe vermitteln, und Personalberatern, die Unternehmern in der Aufgabe beistehen, die richtige Mischung von Blutgruppen in ihrem Personal zu finden.

Was folgt daraus, wenn wir 1 und 2 zusammenzählen? Der Bedarf an Blutproben ist riesig (Wachstumsmarkt!), die Blutmenge bei Stellenbewerbern begrenzt. Von Kosten, infizierten Kanülen und blauen Flecken wollen wir gar nicht erst reden.

Der Ausweg ist eine zentrale Blutprobenbank! Eine Bundesblutprobenbank!!

Ich muss nur einmal meine Blutprobe abgeben – und jeder potentielle Arbeitgeber kann sich die gewünschte Auskunft einholen.  Die Abwicklung der Anfragen könnte unkompliziert und unbürokratisch über die Arbeitsagentur erfolgen. Dort kann sich jeder als interessierter Arbeitgeber registrieren, und dann…

Ohne diese Datenschutzbedenkenträger und Oberverdachtschöpfer könnte alles so einfach sein.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Arbeitnehmerdatenschutz, Datenschutz im Alltag, Datenschutz im Unternehmen, Datenschutzpolitik, Datenschutzzukunft

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s