Archiv der Kategorie: Datenschutzpannen

Reaktion auf Datenskandale: Zuschauen oder handeln?

In den letzten Wochen sind wir von neuen Datenskandalen überschüttet worden. Deutsche Bank, Sparkassen-Shop, libri.de, Bundesagentur, SchülerVZ, … Eine Übersicht pflegt das Projekt Datenschutz.

Dazu zwei Anmerkungen:

Wie bei jedem Modethema, gehen auch hier recht schnell die Relationen flöten. Einerseits reagieren die Verantwortlichen auf den Umfang selbst großer Schäden herablassend, andererseits wird inzwischen jeder umgefallene Reissack als schwere Datenpanne angepriesen.
Natürlich ist jeder Zwischenfall für den Betroffenen ärgerlich, manchmal tragisch. Ob er mediale Beachtung verdient, sollte am möglichen Schaden und an der Zahl der Betroffenen festgemacht werden. Weiterlesen

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Anfrage: Wie viele „meiner“ Online-Shops nutzen veraltete Software? [Update: Antworten]

Ich bin heute mal die Liste der Online-Shops durchgegangen, bei denen ich in den letzten zwei Jahren bestellt habe: Donnerwetter, das waren mehr als gedacht! An zehn davon habe ich folgende Nachricht gemailt und bin auf die Reaktionen gespannt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit längerer Zeit bin ich zufriedener Kunde Ihres Online-Shops (Kundenummer xyz). Weiterlesen

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Schätzen Sie mal: Wie viele Webshops nutzen veraltete Software? [Update]

Die aktuellen Datenschutzpannen und -skandale haben alle nichts Mythisches. Immer wieder dieselben Fehler. Kleine Ursache, große Wirkung. DatenSkandalAnwärter heute: Webshops mit veralteter Software, aber vermutlich  jeder Menge Kundendaten.

Xamit hat sich vor der Wahl einen guten Namen durch die Studie „Parteien und Datenschutz – Datenschutzpraxis deutscher Parteien und parteinaher Organisationen“ (pdf) gemacht. Aufschlussreich ist auch das „Datenschutzbaromter 2008 – Datenschutz im Internet“ (pdf), bereits Ende 2008 veröffentlicht und inzwischen aktualisiert. An den Zahlen wird sich wenig geändert haben.

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Drama: SchülerVZ-Tatverdächtiger begeht Selbstmord

Heute verbreitete sich in Windeseile eine traurige Nachricht – u.a. über netzpolitik.org:

Der wegen der SchülerVZ-Erpressung Tatverdächtige, ein 20 Jahre alter Mann aus Erlangen, hat in der Jugendstrafanstalt Plötzensee Selbstmord begangen. Das bestätigte ein Sprecher der Justizverwaltung gegenüber dpa. Eine traurige Geschichte.

Mein Beileid gilt den Angehörigen und Freunden.

Unsere Handlungen in der digitalen Welt haben immer Auswirkungen auf das Leben realer Menschen – zuallererst auf uns selbst. Was als „Abschlussprojekt als Fachinformatiker“ begann und Anerkennung in der Szene bringen sollte,  endete 5 Monate später im RL dramatisch mit Erpressung, Inhaftierung und Selbstmord.

Auf Youtube sieht das Ganze wie ein cooles Spiel aus. Jetzt hat es matt56444 das Leben gekostet.

Kein Neustart nach „Game over“.  Das ist kein Hack der Welt wert.

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Für Datenschutz qualifizierte Programmierer?

Mnementh verdeutlicht in seinem Blog den Zusammenhang zwischen den aktuellen Datenpannen und Programmierern, die „man­geln­den tech­ni­schen Sach­ver­stand und man­geln­de Vor­aus­sicht im Um­gang mit per­sön­li­chen Daten“ haben, weil sie das oft nicht haben müssen.

Nicht jeder darf einen Bus mit Fahr­gäs­ten fah­ren, Spren­gun­gen durch­füh­ren oder an an­ste­cken­den Vi­ren­stäm­men for­schen. Aber jeder darf ein Sho­psys­tem für Tau­sen­de von Nut­zern schrei­ben und be­trei­ben.

Soll­te es nicht einen staat­lich ge­prüf­ten Da­ten­schutz­pro­gram­mie­rer geben, der die Ent­wick­lung einer ent­spre­chen­den Soft­ware über­wacht oder zu­min­dest bei der End­ab­nah­me der Soft­ware be­tei­ligt ist und mit sei­nem Namen für den Be­trieb bürgt?

Irgendwie in diese Richtung marschiert die neue Bundesregierung; hier im Blog zu Aussagen im Koalitionsvertrag: Weiterlesen

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Kein Interesse an „Datenschutz in der Telekommunikation“?

Gerade erst hatte Telekom-Datenschutz-Vorstand Manfred Balz seiner Branche mit deutlichen Worten den Kopf gewaschen, von „kriminogenen Strukturen im Telekomvertrieb“ gesprochen (siehe hier in diesem Blog) und ein gemeinsames Handeln aller Akteure gefordert. Blätterwald und Netzgemeinde stimmten der Einschätzung zu, bevor sich die Aufmerksamkeit SchülerVZ, der Postbank und dem Koalitionsvertrag zuwandte. Heute erreichte mich überraschend die Mitteilung, dass das – lange vor den Balz-Äußerungen angekündigte – X. Symposium zum Thema „Datenschutz in der Telekommunikation“ beim BfDI Peter Schaar am 12.11. ausfallen wird.

Ursache: Mangelnde Resonanz.

Eingeladen waren insbesondere Datenschutzbeauftragte und Verantwortliche aus dem Bereich der Telekommunikation…
Am Ort, Preis und am Programm kann es kaum gelegen haben.  Ich will den Ausfall nicht überbewerten, aber er wirft zumindest kein gutes Licht auf den Veränderungswillen der TK-Branche.

Stell Dir vor, es ist Datenschutz – und keiner geht hin.

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Postbank-Datenschutzskandal: Nicht nur aufregen, sondern Auskunft verlangen

Postbankkunde und Rechtsanwalt Thomas Stadler hat auf seinem Blog ein Auskunftsverlangen nach §34 BDSG veröffentlicht, das zur Nachahmung anregt. Nicht nur aufregen, sondern handeln: Die „guten alten“, aber noch zu selten genutzten Auskunftsrechte stehen jedem Kunden zur Verfügung.

Die Anschriften fehlen (noch) im Blog:

Deutsche Postbank AG
Friedrich-Ebert-Allee 114 – 126
53113 Bonn

Deutsche Postbank AG
Zentraler Datenschutzbeauftragter
Postfach 40 00
53105 Bonn

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