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Anfrage: Wie viele „meiner“ Online-Shops nutzen veraltete Software? [Update: Antworten]

Ich bin heute mal die Liste der Online-Shops durchgegangen, bei denen ich in den letzten zwei Jahren bestellt habe: Donnerwetter, das waren mehr als gedacht! An zehn davon habe ich folgende Nachricht gemailt und bin auf die Reaktionen gespannt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit längerer Zeit bin ich zufriedener Kunde Ihres Online-Shops (Kundenummer xyz). Weiterlesen

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Datenschutz und Höflichkeit

Datenschützer halten sich selbst für höfliche Menschen, schließlich ist das  Ziel ihrer Arbeit der Aufbau und die Stärkung von Vertrauen zwischen Datenverarbeitern und Betroffenen. Erreicht wird das durch einen respektvollen Umgang miteinander – digitale Höflichkeit sozusagen.

Heute bin ich einem höflichen Gegenüber der anderen Art begegnet: Ich hatte – inzwischen fast vergessen – irgendeine nette kleine und kostenlose Schutzsoftware heruntergeladen und dabei auf der Webseite des Anbieters eine Mailadresse zur Übersendung des Downloadlinks hinterlassen. Heute bekam ich nun eine freundliche Mail mit der Frage, wie denn  mein erster Eindruck von der Software sei?

*stutz* Was sollte ich davon halten? War das ein freundlich hingeworfener Keks, gebacken aus ehrlichem Interesse, oder doch ein raffiniert verpackter Köder? Der Absender war „Account Manager“. Donnerwetter, ich hatte also einen Account. Kein Anmeldelink, nur der Hinweis auf die abgerufene Software.

Gelegentlich lässt mich mein Gedächtnis im Stich, und so fragte ich zurück, ob ich denn in irgendeiner Weise in die Zusendung von E-Mails eingewilligt hatte. Die Antwort folgte prompt: Man wollte nur „aus Höflichkeit“ nachfragen, ob ich denn z.B. Probleme bei der Installation gehabt habe.  Nun habe man meine Daten gelöscht und gehe davon aus, dass ich mich bei Fragen selbst melden würde.

In der blitzschnellen Reaktionsmail war der Schreck „meines“ Account Managers deutlich zu spüren, vielleicht Angst vor einer Abmahnung oder anderem Ungemach – deshalb wurde zur Sicherheit lieber alles schnell gelöscht.

Eine Mail-Nachfrage „aus Höflichkeit“. War ich vielleicht unhöflich, weil ich auf meinem Recht bestand? Hätte ich bis zur zweiten Mail warten sollen, die wahrscheinlich in ein paar Wochen gefolgt wäre, inklusive einem unvermeintlichen Angebot für eine Kaufversion mit deutlich erweitertem Funktionsumfang?

Manchmal nehme ich mir die Zeit und zeige meinem Gegenüber, wie der Prozess datenschutzgerecht und kundenfreundlich ablaufen könnte. In konkreten Fall hätte ein Opt-In-Kästchen gereicht.

Aber die verbeitete Unbeholfenheit im Umgang mit ganz normalen Anfragen und Auskunftsersuchen verwundert mich schon. Die Xamit-Studie zum Datenschutz bei Parteien bringt ein paar erschreckende Beispiele dafür.

„Wir bemühen uns um die Wahrung Ihrer Privatsphäre“, heißt es auf der Webseite meines Softwareanbieters.

Bemüht Euch bitte ein bißchen mehr.

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